Frohe Weihnachten und alles erdenklich Gute für 2015

Liebe Verwandte und Freunde,
Gestern, Sonntag besuchten wir einen anglikanischen Weihnachtsgottesdienst in der Garden City Kathedrale: „ein Fest der Gesänge der Weihnachtsgeschichte“. Anglikanische Kirchen sind nüchtern ausgestattet; das half den vortrefflichen Kirchenchor, – der sich regionale Geltung verschafft hat- noch mehr zur Geltung kommen zu lassen. Wir wurden in eine großartige Weihnachtsstimmung versetzt.

Brigitte hat ihr Haus in Neuburg Donau verkauft. Ich werde den Blick auf Schloss Neuburg vom oberen Stockwerk vermissen. In der Angelegenheit Haus, fuhren wir letzte Woche zum deutschen Konsulat in Manhattan, um die Papiere zu beglaubigen. Das japanische Kulturzentrum liegt direkt nebenan und wir besuchten dort eine Kunstausstellung: von kühnen Pinselstrichen zu detaillierten farbigen Darstellungen wandelten sich die Bilder auf raumfüllenden Flachbildschirmen. Eine ganz neue digitale Kunsterfahrung. Ich dachte schon länger: außer astronomischen Preisentwicklungen tut sich nichts mehr auf dem Markt der bildenden Kunst.

Gesundheitlich und geschäftlich geht es uns gut. Die Chinesen sind weiterhin unsere besten Kunden und Lieferanten. Der 2 m hohe Schnee in New York – die Medien berichteten davon- traf uns nicht. Allerdings hatten wir im Frühjahr viel Schnee. Nicht nur unser Firmengebäude Flachdach wurde ruiniert sondern wir hatten auch Wasserschäden im Betrieb. Die Aufräumarbeiten im Anschluss daran nahm ich zum Anlass zur Vereinfachung: Minimalismus. Etwa im Büro auf meiner Sitztruhe (siehe Bild) jeweils nur eins von vielen kunstgewerblichen Objekten die wir besitzen, auszustellen und monatlich zu wechseln.
Das Foto zeigt übrigens das Jahr 1824. Im letzten Monat am 10. November wurde das Erbstück -von einer direkten Vorfahrin von mir- 190 Jahre alt. Um den zweihundertsten Jahrestag zu feiern, muss ich 91 Jahre alt werden. Es lohnt sich hoffentlich so alt zu werden.
Inzwischen nehmen wir die Gelegenheit war und feiern unseren Geburtstag ausführlicher im Kreise der Familie. Meinen 80. im Vorjahr in Rom und nächstes Jahr voraussichtlich in Hawaii. Brigittes Geburtstag wird im Januar in Miami im Kreise der Familie gefeiert.

Eine echte Herausforderung ist es mit dem Smartphone das alternde Gedächtnis flott zu halten und selber im Internet mitzumischen. Ich glaube sogar mein lebenslanges Lernen jetzt schneller und besser zu bewältigen.
Zusätzlich habe ich ein chinesisches Konzept aufgegriffen: den Computer bei den vielen Daten die man privat und beruflich fast täglich zusammenschreibt einzusetzen und selbständig einordnen zu lassen. Das ist nicht ohne Problematik: ein zweijähriges Kind kann schon besser das Weihnachtsfest begreifen als meine vermeintlich denkenden Rechner.
Im „ Der Spiegel“ wurde letzte Woche ein dunkles Bild gezeichnet über die digitalisierte Welt. Ich denke mit etwas Gottvertrauen gibt es tolle Möglichkeiten für das Christentum der Zukunft wie sie in der Turing Kathedrale* Auszug meines Weihnachtsbrief in englischer Sprache- beschrieben werden.
Weihnachten feiern wir mit unseren drei Kindern und Partnern, es freut uns alle hier zu haben.

Wir hoffen, dass Euch dieser Brief gesund und munter antrifft.

Gerhard und Brigitte