Meine Mutter beschreibt in ihren Erinnerungen die Familie  Kerker, Gärtner in Obernfelde.  Hedwig die Tochter war zeitlebens die Freundin meiner Mutter.  Otto Kerker, ein Sohn, wanderte in die USA aus.  Ich erinnere mich wie meine Mutter mir als Kind erzählte, dass das Grundstück das er betreute so groß war, dass es nur mit einem Auto zu bewältigen war und da gibt es einen Witz der hierzu passt:  Ein Texaner gibt an mit seinem großen Landbesitz: „ich brauche einen ganzen Tag um von der einen Seite zur anderen zu fahren“  darauf hin der Angesprochene „ja, so einen alten Karren hatte ich auch einmal“.
Als ich nach Amerika kam traf ich Kerkers Neffen und fragte ihn wo in den USA sein Onkel gelebt hatte und zu meiner Überraschung zeigte er aus dem Fenster:  „dort drüben“.  Ich wohnte auf einer Anhöhe am York Drive und übersah eine bewaldete Gegend.
2005 war die Manhasset Familie, Besitzer des Anwesens, wieder im Gespräch, sie verkaufte einen Picasso für 113 Millionen – zu dem Zeitpunkt ein Auktions-Höchstpreis für ein Gemälde. „Junge mit Pfeife“ hatte Jahrzehnte anonym in unserer Gemeinde gehangen.
Die heutige Wall Street Journal Wochenendausgabe beschreibt in einem Artikel Picassos „Les Demoiselles d´Avignon“.  Sein wohl berühmtestes Gemälde wird 100 Jahre alt.  Picasso war damals wie mein favorisierter Kommunist Berthold Brecht, ein Rebell gegen alle Konvention, brüskieren um jeden Preis:  dargestellt wurde eine Gruppe von Freudenmädchen mit Masken.
Als ich 1962 nach Manhattan zog musste ich mir mein Apartment einrichten und kaufte unter anderem eine afrikanische Maske.  Viele Jahrzehnte später bin ich immer noch von dieser Maske fasziniert.
Picasso behauptete zwar, dass er sich nicht von afrikanischen Masken hat beeinflussen lassen, die er im Louvre sah.  Vielmehr verschleierte er die bösen Damen und mimte selber den Exorzismusmeister wie Berthold Brecht seine Kunst mit Verfremdung zelebrierte.
Vor ein paar Tagen entnahm ich meinem Tages-Kalender dass am 19.7.1937 in München die Ausstellung „Entartete Kunst“ eröffnet wurde.  Politisch Links und Rechts stießen hart aufeinander. Expressionisten wurden berühmt.  Herkömmliche Künstler konnten sich behaupten.  Zu ihnen gehörte Gustav Klimt:  sein Gemälde „Adele Bloch-Bauer“ erreichte letztes Jahr einen neuen Auktionshöchstpreis von 135 Millionen Dollar.  Die Besitzer von Estee Lauder einer ursprünglich Wiener Familie die hier in Long Island eine Firma aufbauten kaufte es für die Neue Galerie. Amerikaner können „neue“ nicht gut aussprechen, aber teure Kunstobjekte ziehen an.
An die Frivolität vieler moderner Künstler hat man sich gewöhnt. Entartete Kunst ist es geblieben wegen der obszönen Preise.